Vierzehn Jugendliche haben in den vergangenen Monaten am Pilotprojekt „Deutschkurs für Jugendliche“ der Fördergesellschaft Arbeitsmarkt Vorarlberg teilgenommen. Ziel war es, Jugendliche mit geringen Deutschkenntnissen gezielt auf den nächsten Schritt in Richtung Ausbildung, Pflichtschulabschluss und Beruf vorzubereiten. Das Pilotprojekt wurde im Rahmen des Arbeitsprogramms der FAV entwickelt. Es schließt eine konkrete Lücke für Jugendliche, die trotz bestehender Angebote noch zusätzliche sprachliche, persönliche und organisatorische Unterstützung brauchen.
Bereits beim Start war klar: Deutsch allein reicht nicht. Deshalb wurde der Sprachunterricht durch verpflichtende Coachings am Vormittag und Nachmittag ergänzt. Ziel war es, die Jugendlichen nicht nur sprachlich, sondern auch persönlich zu begleiten. „Sprache ist der Schlüssel. Aber Jugendliche brauchen oft mehr als nur Unterricht. Sie brauchen Menschen, die zuhören, Orientierung geben und manchmal auch klare Grenzen setzen. Erst wenn persönliche Probleme ernst genommen werden, entsteht Raum zum Lernen“, sagt FAV-Geschäftsführer Markus Metzger.
Ebenso wichtig war die konsequente Begleitung während des gesamten Kurses. „Wir wissen oft nicht, warum jemand erschöpft oder unkonzentriert ist. Hinter jedem Jugendlichen steht eine eigene Geschichte. Unsere Aufgabe ist es, hinzuschauen, zu unterstützen und gleichzeitig Verlässlichkeit und Einsatz einzufordern. Wer die Chance nutzen will, bekommt unsere volle Unterstützung“, sagt Birgit Fiel von der Koordinierungsstelle AusBildung bis 18.
Nicht alle Teilnehmenden konnten den Kurs erfolgreich abschließen. Die FAV sieht auch das als Teil eines verantwortungsvollen Bildungsangebots. „Unser Anspruch ist es, alle Lernenden bestmöglich zu begleiten und ihnen Perspektiven zu eröffnen. Dafür braucht es ein gutes Lernumfeld, Verlässlichkeit und gegenseitigen Respekt – vor allem aber auch die Bereitschaft, diese Chance aktiv zu nutzen. Unterstützung und klare Rahmenbedingungen gehören für uns deshalb untrennbar zusammen“, sagt VHS-Geschäftsführer Stefan Fischnaller. Mit dem Kurs endet die Begleitung nicht.
Unter dem Motto „Kein Abschluss ohne Anschluss“ wechseln die Jugendlichen nun in weiterführende Angebote wie das Mentoringprogramm von Sindbad, das Sommercamp von okay.zusammen leben sowie in Programme zum Pflichtschulabschluss, in Lehrausbildungen oder weitere Qualifizierungen.
„Unser Ziel war nie ein Deutschkurs allein. Unser Ziel ist ein erfolgreicher Start ins Berufsleben. Die Vermittlung von Sprachkompetenz allein reicht nicht. Entscheidend ist, dass junge Menschen nach dem Kurs nicht wieder allein dastehen, sondern Anschluss finden – in Bildung, Ausbildung und Beruf“, sagt Markus Metzger.
Die FAV bedankt sich bei allen Partnerorganisationen, die das Pilotprojekt möglich gemacht haben: AMS Vorarlberg, Koordinierungsstelle AusBildung bis 18, Verkehrsverbund Vorarlberg, Österreichischer Integrationsfonds, Volkshochschule Götzis, Arbeiterkammer Vorarlberg, Land Vorarlberg, Sindbad, okay.zusammen leben sowie Graf Hugo.
























